Selbstbau

Tipps für den Selbstbau

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Vorbereitung der Frontseite

Ich will euch auf dieser Seite einige der Gedanken näher bringen, die ich mir beim Bau meiner Detektorempfänger gemacht habe. Ich fange an mit der Vorbereitung der Frontplatte aus Garolite®, einem faserverstärkten Kunstharzmaterial. Mit einer Tischsäge schneide ich die Platte auf Maß. Aber vorher kommt Klebeband auf die Linien, die gesägt werden sollen, damit es saubere Kanten ohne Absplitterungen gibt. Mir einer Feile und Schmirgelpapier runde ich dann die Kanten etwas ab. Garolite® lässt sich sehr gut bearbeiten, und bis jetzt habe ich noch keine einzige Platte beim Sägen ruiniert.

Dann klebe ich die Platte mit breitem Klebeband ab, damit ich anzeichnen kann, wo Bohrungen und Durchbrüche vorgesehen sind. Ich nehme ein einstellbares Gehrmaß, um die Löcher anzuzeichnen. Das Abrunden der oberen Ecken der Frontplatte ist leicht und macht das spätere Gerät attraktiver. Ich nehme etwas Rundes, um die Schnittlinie anzuzeichnen. Die entsprechenden Schnitte mache ich mit der Bügelsäge – drei an jeder Ecke. Der erste wird in einem 45-Grad-Winkel angesetzt, zwei weitere nehmen die neuen Ecken etwas ab, den Rest besorgt die Feile. Dabei tritt man ab und zu zurück und betrachtet die Rundung, um zu erkennen, wo noch etwas gefeilt werden muss. Versucht nicht, es zu perfekt zu machen. Jedesmal, wenn ich das versucht habe, wurde es schlechter, als es nach den ersten Schnitten war.

Die Löcher für den Drehkondensator bohre ich von der Rückseite. Zieht zuerst einen Strich parallel zur unteren Kante. Für mein Modell Nr. 24 habe ich beispielsweise einen Abstand von dreieinhalb Inch (etwa 9 cm) gewählt. Wenn angezeichnet ist, wo die Drehko-Achse sein soll, nehme ich einen Zirkel und einen Winkelmesser (Geodreieck), um die Löcher für die Montageschrauben zu markieren. Passt auf, dass die Winkel stimmen! Ich habe beim ersten Mal falsch gemessen. Aber zum Glück habe ich noch einmal hingeschaut, bevor ich den Bohrer angesetzt habe, und meine Markierungen mit dem Drehko verglichen. Hoppla! Miss zweimal und bohre einmal! Um jede richtige Markierung zeichne ich einen kleinen Kreis, weil sich nach dem Ausmessen und Anzeichnen manchmal eine Menge Markierungen auf der Platte befinden.

Alle Löcher werden mit einem dünnen Zwei-Millimeter-Bohrer vorgebohrt. Das erleichtert das Bohren der größeren Löcher. Ich nehme einen 12-mm-Forstner-Bohrer für das Loch für die Achse und das Lager.

Preparing a front panel using Garolite® Preparing a front radio panel using masking tape

Abmessen und Aussägen der Frontplatte

Layout tools for marking a radio panel Drilling a larger hole using a forstner bit and a drill press

Abmessen und Bohren der Löcher für den Drehkondensator



Dicke HF-Litze

Das richtige Löten von HF-Litze ist für die richtige Funktion eueres Detektorempfängers von grundlegender Bedeutung. Litze besteht aus einer Menge sehr dünner, einzeln isolierter Drähte, die zu einem Bündel verdrillt sind. Jedes einzelne Drähtchen muss verzinnt werden, damit es leitend ist. Dieses Kapitel handelt von „lötbarer“ HF-Litze. Das bedeutet, dass die Lackisolierung der feinen Drähtchen beim Erhitzen mit dem Lötkolben schmilzt.

Dicke Litze – zum Beispiel vom Typ 3/54/38 (162 Adern der Dicke AWG 38) – macht es nicht so einfach, jede Ader ordentlich zu verlöten, wenn alle Adern zu einem Bündel zusammengedreht sind. Ich trenne die drei 54-adrigen Bündel und verzinne sie einzeln. Die kleineren Bündel können leichter hinreichend erhitzt werden, um auch die Adern in der Mitte zu verzinnen. Nach dem Verzinnen der einzelnen Bündel nehme ich etwas versilberten Draht (0,2 oder 0,3 mm Durchmesser) und wickle ihn stramm um alle drei Bündel. Dieses wird nochmals erhitzt und mit etwas Lötzinn versehen. So erhalte ich ein Litzenende, mit dem ich leicht umgehen kann und das ich hinlöten kann, wo immer ich es brauche.

Als Lötkolben reicht ein typischer Feinlötkolben, der aber auf mindestens 450 Grad erhitzt werden kann. Ich benutze eine regelbare Lötstation, drehe den Temperaturregler voll auf und habe so genug Wärme, um die Sache zu erledigen.

Wenn Du Litze an einen Masseleiter löten willst, kannst Du alle Bündel aufdrehen und die einzelnen Adern auffächern. Dann wickle die Drähtchen alle um die Masseleitung, halte die Lötspitze auf die Drahtenden und gib etwas Lötzinn auf die erhitzte Stelle und warte, bis es ordentlich fließt.

Du kannst auch etwas Kolophonium oder ein anderes säurefreies Flussmittel verwenden, um das Verzinnen von dicker Litze zu erleichtern. Die Fotos unten zeigen, wie man dicke Litze lötet.

Large litz wire preparation Large litz preparation


Zeichnen von Schaltplänen

Es ist immer schön, ein ordentliches Schaltbild zu haben, das man dem schönen Empfänger beifügen kann, den man baut. Ich habe mich eine Weile damit herumgeplagt, bis ich die Webseite Gary's Tubepad gefunden habe. Im Prinzip ist dies eine Sammlung kleiner Schaltsymbole, die man in ein Zeichenprogramm ziehen kann. Danach zieht man die Verbindungslinien und fügt den Text hinzu. So hat man ganz schnell einen Schaltplan.

Ich hatte anfangs mit dem gegenseitigen Überlappen von Symbolen Probleme – trotz Abschneidens von Teilen eines Symbols. Schließlich nahm ich Garys Zeichnungen und schnitt alles außer dem eigentlichen Symbol ab. Außerdem wandelte ich die Symbole in das JPEG-Format um, aber unnötigerweise, wie sich herausstellte. Ich biete euch diese Symbole zum kostenlosen Gebrauch und zum Weitergeben an. Gary teilte mir später mit, dass das Zeichenprogramm auf „tranparent“ gesetzt werden müsse. Dann arbeite es bestens mit den Original-Symbolen. Außerdem erwähnte er, dass er nach Fertigstellung des Schaltplans diesen für die Veröffentlichung auf einer Webseite ins GIF-Format umwandele. Dadurch würden die Linien besser wiedergegeben.

symbols.zip (etwa 500 kB) Wenn ihr neue Symbole entwerft, könnt ihr sie mir per E-Mail schicken. Ich füge sie dann zu der Sammlung hinzu.

Ich verwende ein Grafikprogramm namens PhotoImpact, das bei meinem Scanner dabei war. Wenn man einen Computer mit zwei Monitoren hat, ist das Arbeiten recht bequem. Ein Monitor zeigt die Dateinamen der Symbole im Windows-Explorer, während auf dem anderen PhotoImpact läuft. So kann ich die Symbole einfach mit der Maus anfassen und hinüberziehen.

Ich bevorzuge für die Schaltpläne meiner Detektorempfänger Bildgrößen von 360x270 Pixel bis zu 640x480 Pixel. Jedes Zeichenprogramm arbeitet ein bisschen anders, also experimentiert einfach!



Restaurierungstipps

Lautsprecher-Bespannstoff: Ich habe herausgefunden, dass die meisten Bespannstoffe nicht ersetzt, sondern nur gereinigt werden müssen. Wenn der Stoff nicht zerrissen ist, nehmt ihn aus dem Gerät und sprüht ihn mit einem Haushaltsreiniger ein. Wartet ein oder zwei Minuten und walkt den Reiniger dann vorsichtig in den Stoff hinein. Dann saugt mit einem Papierküchentuch die Flüssigkeit auf, lasst den Stoff trocknen und begutachtet das Ergebnis.

Papier-Kondensatoren: Wenn euer altes Radio solche Kondensatoren enthält, ist die Isolierung vermutlich undicht geworden (an den beiden Drahtenden ist ein hoher Widerstand messbar). Es wird empfohlen, alle diese Kondensatoren auszuwechseln. Man kann moderne Folienkondensatoren nehmen. Der wichtigste Austauschkandidat unter den Kondensatoren ist der, der zum Steuergitter des NF-Ausgangsverstärker führt. Seine Isolierung ist fast immer notleidend. Sieh mit dem Voltmeter nach, ob am dem Steuergitter eine Spannung anliegt. Dort sollte keine Gleichspannung messbar sein (außer wenn die Röhre über einen Widerstand eine Vorspannung erhält). Aber tausche den Kondensator in jedem Fall aus. Wenn an dieser Röhre ein positive Gitterspannung liegt, fließt ein erhöhter Anodenstrom, der Verzerrung und Überhitzung verursacht und das Leben der Röhre verkürzt. Auch das AGC-Verhalten eines Radios kann durch das Austauschen solcher Kondensatoren verbessert werden. Es ist immer gut, alle Papierkondensatoren in der Stromversorgung von Anoden und Schirmgittern auszutauschen. Wenn sie leitend werden, kann es nämlich unangenehm werden. Wenn ihr alle Kondensatoren ersetzt habt, wird euer Radio zuverlässiger arbeiten, kühler laufen und besser klingen.



Löten von Schottky-Halbleitern

Diese kleinen Schottky-Dioden sind verdammt winzig! Aber sogar mit meinen nicht mehr so tollen Augen schaffe ich es, kleine Drähtchen an die SMD-Bauteile zu löten. Man braucht einen Lötkolben, der nicht zu heiß ist. Etwas versilberter Schaltdraht mit Kunststoff-Isolierung für die Drahtanschlüsse und etwas Maskierungs-Klebeband werden benötigt.

Nehmt ein bisschen Klebeband und formt eine kleine Schleife, mit der Klebeseite nach außen. Klebt sie auf eure Arbeitsfläche und platziert die SMD-Diode mit der Unterseite nach oben auf dem Klebeband. Isoliert die Drahtenden für die Anschlüsse ab und verzinnt die Enden mit dem Lötkolben und etwas Lötzinn.

Dann führt das Drahtende, das ihr anlöten wollt, bis auf etwa einen halben Zentimeter an das SMD-Beinchen heran, an das es angelötet werden soll. Wenn der Draht parallel zu dem Beinchen ausgerichtet ist, tippt ihr mit dem Lötkolben auf den Draht und drückt ihn kurz an das Beinchen der Diode. Ihr den Kolben sehr rasch wieder wegnehmen. Der Draht sollte nun am SMD-Beinchen angelötet sein. Die Amerikaner nennen das „tack soldering“, was man vielleicht am besten mit „Klebelötung“ übersetzt. Nun dreht die Diode um und lötet den anderen Draht an andere Beinchen an.

Wenn das vollbracht ist, testet ihr die Diode in einem funktionierenden Detektorempfänger. Ich nehme ganz gern Flügelmuttern oder Rändelmuttern, um die Dioden leicht in die Schaltung einsetzen und schnell auswechseln zu können. Wenn man dagegen die Diode in die Schaltung einlöten will, muss man für genügend Wärmeableitung an den Drähten sorgen, zum Beispiel mit einer Pinzette oder Flachzange, damit der Draht an der Diode sich nicht wieder ablötet.

Text übersetzt von Fritz Lehmkühler, DB4IW