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DX-Empfänger — mein Radio Nr. 28

Dave's 28th crystal set

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Irgendwann musste es zu diesem Empfänger kommen, einem Projekt mit HF-Litze 660/46. Die Litzen-Rüstungsspirale hat begonnen, und wir sind mittlerweile in einer Art von „Litzkrieg“. Ich nehme an, dass wir einen umfassenden Litzen-Sperrvertrag brauchen werden. Vielleicht könnte ja Owen Pool die Einhaltung überwachen …

Die Schaltung basiert größtenteils auf einer jüngeren Arbeit von Jim Frederick zu seinem Hochleistungsdetektorradio, einer Variante seines früheren Australischen Designs. Das besondere Merkmal von Jims Entwurf ist die Verwendung eines Differential-Drehkos für die Anpassung der Diode an den Schwingkreis. Ein solcher spezieller Doppeldrehko unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Doppeldrehko dadurch, dass beim Drehen in einem Paket die Kapazität zunimmt, während sie im anderen abnimmt. In den alten Radiozeiten wurden solche Differential-Drehkos verwendet, um Oszillatoren mit geringer Frequenzdrift zu bauen. Hier wird dieser Drehko als HF-Spannungsteiler eingesetzt. Mit dem Ansteigen der Kapazität zwischen dem heißen Ende der Spule und der Diode nimmt die Lautstärke zu, aber die Selektivität nimmt ab. Wenn man eine scharfe Abstimmung braucht, macht man die Kopplung loser. Das Charmante bei dieser Lösung ist, das die Frequenz sich beim Verstellen des Differential-Drehkos kaum ändert, weil es fast keine Änderung der Kapazität im Schwingkreis gibt. Achtet darauf, wie ich den Drehko montiert habe. Er steht auf einem Isolator ein Stück hinter der Frontplatte. Die Achskupplung und die Verlängerungsachse sind ebenfalls aus nichtmetallischem Material. Wenn Ihr es nicht genauso macht, werdet Ihr in der „Handkapazitäts-Hölle“ landen.

Die HF-Drossel ist dafür da, dem Detektor einen Gleichstrompfad zu bieten, damit er arbeiten kann. Es ist eine 25-mH-Drossel. Ich habe kleinere ausprobiert, aber sie eignen sich mehr für Kurzwellenradios. Jedoch ist jede Drossel über 10 mH für Mittelwelle gut geeignet. Der Ausgang ist für den Anschluss eines NF-Übertragers vorgesehen. Meiner hat primär 100 kOhm und sekundär 1500/6000 Ohm. Der Übertrager (und auch der 100-kOhm-Widerstand und der 10-nF-Kondensator) befinden sich nicht auf demselben Chassis wie der Detektor. Ich habe jetzt eine NF-Ausgangsschaltung für alle meine Detektorradios, die meine Sound-powered-Kopfhörer treibt. Man kann statt der Ausgangseinheit auch einen Kristallhörer nehmen, wenn man einen Widerstand von 100 oder 220 kOhm parallel schaltet.

In diesem Empfänger gibt es zwei HF-Spulen. Die des Diodenkreises ist auf eine Wabenform mit rund 10 cm Durchmesser gewickelt. Die Litze wurde nach dem Schema „Eins außen, zwei innen“ (1U2D = one up, two down) gewickelt. Diese Spule hat 47 Windungen und 240 µH. Dafür braucht man etwas mehr als 15 Meter Litze, wenn ich meinem kleinen Rechenprogramm glauben darf. Es kann aber auch preisgünstigere HF-Litze verwendet werden oder notfalls auch Kupferlackdraht. Die Leistungsfähigkeit und Selektivität (Q) wird dann geringer sein. Es hängt davon ab, wie verrückt man sein möchte.

Die Antennenspule hat 64 Windungen 100/46-Litze. Man kann aber auch 40/44 nehmen. Die Induktivität beträgt 300 µH. Der Ferritstab, den ich genommen habe, ist 15 cm lang und hat 10 mm Durchmesser. Er lag lange in meiner Bastelkiste, und ich habe keine Ahnung, aus welchem Ferritmaterial er hergestellt ist, aber ursprünglich hatte er eine MW-Antennenspule. Wenn Ihr einen Ferritstab kaufen müsst, schaut nach dem Material 61 (Amidon, Fair-Rite, etc.). Die Ferritspule ist auf einer Art Schlitten montiert, um die beiden Spulen variabel zu koppeln. Je näher die Spulen sich kommen, umso lauter wird das Signal, aber die Selektivität lässt nach. Man kann nur eines von beiden zur selben Zeit haben: das Ei oder das Omelett.

Die Drehkondensatoren sind auch wichtig. Ich habe lieber welche mit keramischer Isolierung genommen als mit Pertinaxisolierung. Die Güte Q des Schwingkreises hängt auch von der Verwendung eines guten Drehkos ab.

Dieser Empfänger hat eine Feintriebskala für den Hauptdrehko, damit man abstimmen kann, ohne eine Station irrtümlich zu überspringen. Bei der Güte der dicken Litze reicht eine direkte Betätigung des Drehkos nicht aus. Es kann auch hilfreich sein, beim Eingangsdrehko ebenfalls einen Feintrieb vorzusehen. Stattdessen kann man aber auch eine Bandspreizung mit einem parallel geschalteten kleinen Kondensator nehmen.

Wie macht sich der Empfänger? Die Abstimmung ist scharf, und ich kann eine Menge Stationen hören. Im Moment ist aber Sommer, und da sind die Mittelwellenbedingungen am schlechtesten. Es ist aber mein bisher lautestes Gerät, und weil ich keine starke Station in der Nähe habe, kann ich alle lokalen Sender auch tagsüber sehr gut hören. Nachts höre ich den ganzen Nordosten der USA, und ich kann die besseren Ausbreitungsbedingungen des Winters kaum abwarten.

Ich habe schon früher einen anderen Detektorempfänger mit variablem Spulenabstand gebaut. Beste Grüße and gut DX! Dave - N2DS

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